Aktuelles

13. Februar 2019

Die Linzer Passion in vier Konzerten


Lachrimae or Seven Teares. Trocknen wir unsere Tränen.


musica sacra bietet im Passionsschwerpunkt vom 31. März bis zum Palmsonntag, den 14. April 2019 vier Konzerte ganz unterschiedlicher Façon.


Soeben debütierte der Linzer Hard-Chor im Wiener Musikverein, schon folgt ein Gastspiel bei musica sacra: Der außergewöhnliche, von Alexander Koller geleitete Chor eröffnet den Passionszyklus in Linz am 31. März im Alten Dom. Wer weiß, wieviel Jahrzehnte Palestrinas einzigartiges Meisterwerk, die „Missa Papae Marcelli, nicht in ganzer Pracht in Oberösterreich erklungen ist, der hat ein wirklich gutes Gedächtnis. Umso mehr ist das Auftaktkonzert ein ganz besonderes für die Linzer Kirchenkonzertreihe, die dazu das Originalklangensemble Musica Antiqua Salzburg einlädt, das zusammen mit Domorganisten Bernhard Prammer musiziert. In der kontemplativen Stunde hören Sie weiters Allegris irisierendes „Miserere mei“, Auszüge aus Heinrich Schütz‘ „Psalmen Davids“ und viele weitere Chormusik der Renaissance.


Ein pures Bach-Programm bietet am fünften Fastensonntag, dem 7. April, der Chor des Konservatoriums für Kirchenmusik der Diözese Linz . Wer glaubt, sattsam Bekanntes von Johann Sebastian Bach zu hören, der wird positiv überrascht: Nicht weniger als vier „Bäche“ hat Chorleiter Wolfgang Kreuzhuber zusammengetragen, darunter wird eine Kantate von Johann Ludwig („Der Meininger“) Bach sein, die noch nie in Linz aufgeführt wurde und zum Titelgeber des Konzerts firmierte: „Die mit Tränen säen“. Die Kantaten von Johann Christoph, Carl Philipp Emanuel und natürlich Johann Sebastian werden von Martina Daxböck, Martha Hirschmann, Bernd Lambauer und Gerd Kenda solistisch interpretiert.


Ganz und gar einzigartig verspricht das Passionskonzert am 10. April zu werden: Sven Birch, gebürtiger Däne und langjähriger Klavierprofessor an der Anton Bruckner Privatuniversität OÖ, hat für sich und sein Ensemble lézard aux plumes ein exquisites Programm zusammengestellt, das „Tränen“-Kompositionen von der Renaissance bis heute widerspiegelt. Im Zentrum natürlich John Dowlands berühmter, 1604 verfasster, „Lachrimae“-Zyklus, bearbeitet für Kammerorchester. Diese sieben Pavans werden mit Benjamin Britten, Tristan Murail und William Byrd verwoben: „Und siehe da – der Unterschied zwischen Dowland und Murail ist letztendlich nicht sehr groß!“, freut sich Sven Birch auf sein Debüt bei musica sacra linz.


Dass Sport und Musik durchaus Ähnlichkeiten aufweisen, das zeigt das Vokalsextett VOICES am Palmsonntag, den 14. April, dem Linzer Marathontag, in der Ursulinenkirche, kurz nach dem Ziel-Einlauf: Singen ist wahrlich ebenso ein intensiver Extremsport wie das Marathonlaufen. Was Sänger und Sportler noch eint: Wie schön es ist, ans Ziel zu kommen! Welche Glücksgefühle werden dabei freigesetzt! Und schließlich: Wie gut tut die Anerkennung des Publikums! Dabei schaffen es freilich nur die wenigsten, dass das, was sie machen, so leicht, so mühelos, ja schwerelos klingt, wie bei den sechs Sängerinnen und Sängern von VOICES. Das ist die eigentliche Kür, 70 Minuten reine Vokalmusik rund um die beiden Motettenzyklen „Lamentations“ von Robert White, ohne jede Ablenkung so fesselnd zu präsentieren!


ZU DEN PASSIONSKONZERTEN





ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT