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15. Februar 2020

Süße Versuchung in der Fastenzeit


musica sacra versüßt Ihnen die Fastenzeit: Zu Beginn der Linzer Passion 2020 präsentiert Josef Habringer die aufsehenerregende, klangsatte Jazzmesse "Prayer wheel" erstmals in Oberösterreich.

PRAYER WHEEL

Eine "musikalische Gebetsmühle"

OÖ. Erstaufführung am 22. März 2020

 

 

 

 

 

Der in Wien lebende Pianist und Komponist Karen Asatrian hat die Messe für Chor, Sängerin und Jazz-Ensemble nicht zufällig geschrieben – und auf der frühchristlichen Liturgie aufgebaut: Sie ist fünf Jahre alt und war für den 100. Gedenktag des Genozid am armenischen Volk gedacht. Am 18. Jänner 2015 wurde die Messe im Klagenfurter Konzerthaus uraufgeführt: „Ich sehe diesen Jahrestag als Grund zu feiern, dass es uns noch gibt“, sagte der gebürtige Armenier im Interview und ergänzte: „Noch zwei Millionen leben in Armenien, acht Millionen außerhalb. Allein in Wien leben 3000 Armenier.“


Gottes Dank für Genesung

Noch ein zweiter, persönlicher Grund ließ das ungewöhnliche Stück entstehen, das sogleich auch bei den Salzburger Festspielen aufgeführt wurde. Aus „Dankbarkeit und Freude darüber, dass meine Nichte eine schwere Krankheit überwunden hat. Bei Lilith wurde ein Neuroblastom festgestellt. Nach diesem Schicksalsschlag war auch ich völlig erschöpft und nahm daher ein Jahr Auszeit von meiner Unterrichtstätigkeit am Kärntner Konservatorium“, so Karen Asatrian. Mit der Messe „Prayer wheel“ wollte der Komponist „Gott danken, dass Lilith wieder gesund und ein aufgewecktes Mädchen geworden ist“.

Mit dem Zirkus nach Österreich

Karen Asatrian kam bereits in den 1990er Jahren – durch den Nationalzirkus Louis Knie – nach Kärnten, begann Jazz zu studieren und fasste schnell in der Musikszene Fuß. Ein schöner Zufall wollte es schließlich, dass er die Sängerin Rita Movsesian kennenlernte, die ihrerseits armenische Wurzeln hat, jedoch im Irak aufwuchs, wohin ihre Familie geflüchtet war, und 1992 nach Salzburg kam. Der in Moskau an der klassischen Geige und am Klavier ausgebildete Komponist schuf für die tonal komponierte Messe „Prayer wheel“ eine Synthese aus Jazz, klassischer Musik und armenischen Klängen, die an buddhistische "Gebetsmühlen" denken lässt. Er selbst wird die Erstaufführung in Linz am E-Piano spielen.


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